Leseland Bayern

Der Freistaat Bayern ist ein Kulturstaat mit einem reichen literarischen Leben. Entsprechend groß ist die Zahl der
Institutionen und Akteure, die die Schulen bei der Leseförderung unterstützen. Zahlreiche
Literaturpreise zeichnen Werke und Autoren aus und dienen der Orientierung auf dem Büchermarkt. Das vom Bayerischen Kultus- und Wissenschaftsministerium verliehene
Gütesiegel für Buchhandlungen und Bibliotheken zeigt, wer sich besonders der Leseförderung von Kindern und Jugendlichen annimmt. Einen wichtigen Beitrag hierzu leisten die Begegnung mit
Autoren und die Teilnahme an literarischen Veranstaltungen außerhalb der Schule. Ob Lesungen, Ausstellungen, Workshops oder Poetry Slams – im
Lesekalender des LESEFORUMS BAYERN werden Sie fündig.
Bayernland - Leseland. Nachfolgend werden die Höhepunkte des bayerischen Lesejahres beschrieben, das auch für die schulische Leseförderung attraktive Angebote bereithält:

"Lesen was geht" – unter diesem Motto findet in Bayern in den Sommerferien 2012 zum vierten Mal der landesweite Sommerferien-Leseclub statt – eine Initiative zur Leseförderung von 11- bis 14-Jährigen. Mehr als 120 öffentliche Bibliotheken in allen Landesteilen machen bei dieser Aktion (23. Juli bis 21. September 2012) mit und bieten dabei die besten aktuellen Kinder- und Jugendbücher an. Kinder und Jugendliche erhalten vor den Sommerferien einen Clubausweis, der ihnen den exklusiven Zugriff auf ein attraktives Buchangebot bietet. Wer in den Ferien mindestens drei Bücher liest, bekommt eine Urkunde. Und mit jedem gelesenen Buch nehmen die jungen Leser an einer Verlosung teil, die im Rahmen eines Abschlussfestes stattfindet.
Alles Wissenswerte zu dieser Leseförderaktion, bei der sich in den vergangenen Jahren mehr als 8.000 Kinder und Jugendliche beteiligten und dabei über 63.000 Bücher gelesen haben, finden Sie auf der Homepage des Sommerferien-Leseclubs.

Literaturförderung ist ein zentrales Anliegen von Stadtkultur. Netzwerk Bayerischer Städte e. V. (vormals Arbeitskreis für gemeinsame Kulturarbeit bayerischer Städte e.V.) und seiner über 50 Mitglieder. Aus diesem Grund veranstaltet der Verein regelmäßig bayernweite Literaturfestivals zu verschiedenen Themen. Sein erstes Literaturfestival, Die Literaturlandschaften Bayerns, startete er im Jahr 2004 unter dem Motto „Worte mit und ohne Anker“ (Hans Arp). Nach großem Erfolg wurde die Reihe 2006 unter dem Hesse-Motto „Wo befreundete Wege zusammenlaufen“ fortgeführt. 2010 folgte LITERATURupdate, das sich der Jungen Literatur in Bayern widmete und neue Vermittlungsformen erprobte. Über die aktuellen Projekte informiert die Homepage des Netzwerkes.

Zum 13. Mal veranstaltete im Mai 2008 die Stadt Erlangen den Internationalen Comic-Salon, das wichtigste Festival rund um die „Neunte Kunst“ im deutschsprachigen Raum. Ein Vierteljahrhundert deutscher und internationaler Comic-Geschichte hat der Erlanger Salon auf diese Weise mitgeschrieben. Der Comic-Salon Erlangen ist die Veranstaltung im deutschsprachigen Raum, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die ganze Vielfalt des Genres in ihrem Programm widerzuspiegeln. 2008 wurde auf die zeitgenössische Comic-Szene Chinas Gewicht gelegt. Gleichzeitig erinnerte man anlässlich seines 100. Todestags an den "Urvater" des deutschen Comics – Wilhelm Busch.

Traditionell und 2008 zum 28. Mal läutet Ende August das Erlanger Poetenfest den literarischen Herbst in Deutschland ein. In der Vergangenheit kamen rund 80 Schriftsteller, Literaturkritiker und Publizisten zum Poetenfest. Unter dem Motto "Literatur aktuell" werden zahlreiche Neuerscheinungen erstmals öffentlich gelesen. Weitere Programmschwerpunkte sind die Gespräche und Diskussionen zu literarischen, gesellschaftlichen und politischen Themen, die Erlanger Übersetzerwerkstatt, die Verleihung des „Erlanger Literaturpreises für Poesie als Übersetzung“.
Ein Höhepunkt des Erlanger Poetenfests ist "Die lange Nacht“ mit szenischen Lesungen, Performances, Film und Musik. Mittelpunkt des Poetenfests sind die langen Lesenachmittage im Erlanger Schlossgarten. Auf dem Jungen Podium lesen Kinder- und Jugendbuchautoren, hier finden Gespräche über Sprache und Literatur statt. 2007 feierte eine eigens für das Erlanger Poetenfest konzipierte Ausstellung für Kinder und Erwachsene Astrid Lindgrens 100. Geburtstag.

Diese bekannte Veranstaltungsreihe in Oberfranken findet seit Jahren jeweils von September bis Dezember statt. Organisiert vom städtischen Kulturreferat wird ein vielfältiges Kulturprogramm für alle Altersgruppen geboten. Die Literatur und die Jugend kommen dabei nicht zu kurz. Die Stadtbücherei spielt in diesen Wochen eine wichtige Rolle. Das Veranstaltungsprogramm wird auf den Seiten des Textilmuseums von Helmbrechts veröffentlicht.

Die Landshuter Literaturtage finden seit 1996 jährlich, jeweils im Herbst, statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe steht jeweils das Werk eines Schriftstellers, welches in mehreren Veranstaltungen – Lesungen, Vorträgen, Theater- und Musikaufführungen – einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wird. Bisher standen Autoren, die einen engen Bezug zur Stadt und zur Region Landshut haben, im Vordergrund. In Zukunft werden die Landshuter Literaturtage auch Schriftsteller, die außerhalb der Region Landshut gewirkt haben bzw. wirken, behandeln. Auch Literaturtage, die ein Thema fokussieren, sind geplant. Im Mittelpunkt der 13. Landshuter Literaturtage vom 6.11.-9.12.2009 stehen Leben und Werk von Reiner Kunze.

Deutschlands größte Bücherschau findet seit 1959 alljährlich im Herbst statt. Bei freiem Eintritt präsentieren an 18 Tagen und Abenden rund 300 Verlage ihre Produkte, darunter nicht weniger als 20.000 Romane, aber auch Sach- und Fachbücher aus allen Wissensgebieten. Hör-Bars machen die neuesten Audio-Produktionen erlebbar. Ein umfangreiches Begleitprogramm führt das Publikum mit bekannten Autorinnen und Autoren zusammen und bietet Gelegenheit für Vorträge und Podiumsdiskussionen. 2007 haben über 160.000 Menschen die Ausstellung besucht. Im Rahmen ihres Kinderprogramms erreichte sie 120 Schulklassen und insgesamt 8.000 Schülerinnen und Schüler. Die Sonderausstellung „Die 100 Besten – neue Kinder und Jugendliteratur“ tourt nach Ende der Bücherschau durch Münchner Schulen, Kulturzentren, Kinder- und Jugendeinrichtungen. Ergänzend zur Ausstellung wird ein Schulklassenprogramm geboten.

Zusätzlich zur großen Münchner Bücherschau findet seit 2007 im Frühjahr die Münchner Bücherschau junior statt, die in der Münchner Rathausgalerie neun Tage lang die neuesten Kinder- und Jugendmedien präsentiert, begleitet von informativen Veranstaltungen für Eltern und Erzieher. Unter dem Motto „Sehen, hören, fühlen, staunen“ stehen bei dieser Veranstaltung tagsüber allein die Kinder im Vordergrund, denen zahlreiche kreative Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit Büchern und dem Thema Lesen geboten werden. Von besonderem Interesse für Eltern und Lehrkräfte sind die anlässlich der Bücherschau junior vorgestellten Empfehlungslisten zu den besten neuen Sach- und Hörbüchern.

Neben der Münchner Bücherschau junior und der großen Münchner Bücherschau lockt in München seit 1990 die Internationale Frühjahrsbuchwoche, die sich im Lauf der Jahre zu einem der wichtigsten Literaturfestivals im deutschsprachigen Raum entwickelt hat. Unter dem Motto „Literatur baut Bücken“ wird jeweils ein neuer Themenschwerpunkt aufgegriffen, 2008 die Literatur Kanadas. Stets im März – seit 2002 im Zweijahresrhythmus – sind Autorinnen und Autoren, Wissenschaftler, Journalisten und auch Künstler anderer Sparten aus dem In- und Ausland eingeladen, um in Lesung und Gespräch ihr Werk vorzustellen oder in Podiumsdiskussionen und Vorträgen Aspekte des jeweiligen Themenschwerpunkts zu beleuchten. Filmvorführungen, Konzerte, Ausstellungen, Theaterabende ergänzen das literarische Programm.

Im März/April eines jeden Jahres dürfen sich Krimi-Freunde auf das Münchner
Krimifestival freuen, das seit 2003 die Landeshauptstadt für 12 Tage in einen Ort des literarischen Verbrechens verwandelt. Die weltweit größte Veranstaltung ihrer Art bringt die bekanntesten nationalen und internationalen Krimi-Autoren an die Isar und zieht mehr als 10.000 Besucher in seinen Bann.
Als Vorlauf zum Krimifestival für Erwachsene fand 2008 in München zum sechsten Mal das
Kinder-Krimifest statt, das zwei Wochen lang an zahlreichen Orten eine breite Palette lesefördernder Aktivitäten bietet: Begegnungen mit Krimi-Autoren, Krimi-Nächte, Kinder lesen für Kinder, Krimi-Lesereisen, Spurensicherungen, eine Krimi-Matinée für junge Detektive, Detektivwerkstätten oder einen Vergleich von Buch und Film. Ein Schulklassenprogramm erlaubt die Einbettung in den Unterricht. Im Rahmen des Kinder-Krimifests wird der Münchner Kinder-Krimi-Preis verliehen, zu dem Schreibwerkstätten angeboten werden. Die besten Arbeiten werden veröffentlicht, eine davon vom Bayerischen Rundfunk professionell als Hörspiel bearbeitet und gesendet.
Das seit 1991 alle zwei Jahre im Juni stattfindende und vom Kulturreferat der Landeshauptstadt im Alten Rathaus und in den Kunstarkaden veranstaltete Comicfestival (ehem. Comicfest) zeigt, dass Comics eine durchaus anspruchsvolle und vielfältige Kunstgattung sind. Geboten werden Ausstellungen, Filme, Workshops, Talkshows, Vorträge sowie ein eigenes Programm für Kinder und Jugendliche. Seit 2005 wird der PENG! - Münchner Comicpreis verliehen.
Bei den seit 2001 alljährlich im April stattfindenden WORTSPIELEN steht der literarische Nachwuchs im Mittelpunkt. Veranstaltungsort ist die Muffathalle unterhalb des Kulturzentrums Gasteig. An drei Abenden lesen junge Autorinnen und Autoren aus ganz Europa im 20-Minuten–Takt und präsentieren sich und ihre Bücher. Das Publikum wählt jeweils einen Tagessieger. Seit 2003 wird zudem ein Jurypreis für junge Literatur vergeben. Stifter ist Bayern2 Radio, das auch in diesem Jahr dem Festival einen Sendeplatz widmet.

Einmal im Jahr, Ende Mai, erlebt die Frankenmetropole ihr blaues Wunder: die „Blaue Nacht“. Von 19 Uhr bis in die frühen Stunden des nächsten Tages tauchen Lichtinstallationen die Nürnberger Altstadt in ein magisches Blau, 2008 bereits zum neunten Mal. Dieses visuelle Spektakel wird begleitet von einem reichhaltigen Kulturprogramm, zu dem auch die
Nürnberger Lesenacht gehört, die im Literaturhaus Nürnberg die bekanntesten Autoren aus Franken präsentiert. Zu den zahlreichen Veranstaltungsorten zählen auch die Nürnberger Stadtbibliotheken. (Foto: Claus Felix)

Die Weidener Literaturtage gehören seit 1985 zu den Höhepunkten des kulturellen Lebens der Oberpfalz. 10 Tage lang bieten bekannte Autoren und Schauspieler an zahlreichen Orten der Stadt die Möglichkeit, Literatur hautnah und in einem besonderen Ambiente zu erleben. Im Rahmen der Veranstaltung finden in allen Weidener Schulen Lesungen von Kinder- und Jugendbuchautoren statt. Organisator ist die Regionalbibliothek Weiden in Zusammenarbeit mit den örtlichen Buchhandlungen und dem Kulturredakteur der Weidener Tageszeitung „Der neue Tag“.