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Über kurz oder lang
von Murail, Marie-Aude
| erschienen | Frankfurt a. Main, 2010 Fischer Schatzinsel |
|---|---|
| ISBN-13 | 978-3-596-85390-8 |
| Einband / Umfang | gebunden , 224 S. |
| Preis | bis 20 € |
| Gattung | Jugendbuch |
Untertitel
Waschen, schneiden - leben! Der 14-jährige Louis macht ein Praktikum bei einem Friseur.
Bewertung
| Eignung als Klassenlektüre | gut geeignet |
|---|---|
| Eignung für Jahrgangsstufen | 8 - 10 |
| Eignung für Schularten | alle Schularten |
| Eignung für Fächer | Deutsch, Ethik, Kath. Religionslehre, Sozialwesen |
Besprechung
In dem Jugendbuch „Über kurz oder lang“, dem Folgeroman zu „Simpel“ von Marie-Aude Murail, geht es um ein Friseur-Praktikum, das der 14-jährige Louis absolvieren soll. Louis Großmama hatte die Idee, dass ihr Enkel bei ihrem Friseur arbeiten könnte, um die Suche nach einem Praktikumsplatz zu vereinfachen. Monsieur Feyrières, Louis Vater, ein vielbeschäftigter Chirurg, hält das Friseur-Praktikum für deplatziert und niveaulos. Louis zeigt sich zunächst gleichgültig, sieht aber die Chance, dem lästigen Unterricht für eine Woche zu entkommen, und nimmt das Angebot an.
Der Roman folgt im Aufbau zunächst dem Praktikumsverlauf. Einfach und mit Charme werden die Vorbereitungen für den ersten Arbeitstag erzählt: das neugierige Betrachten des Friseursalons "Marielou" durch das Schaufenster und die Auswahl der Kleidung für den Praktikumsstart: „Er nutzte die Gelegenheit, um im Kleiderschrank seines Vaters zu suchen. (...) Louis probierte ein weißes Hemd an (...) Er öffnete einen Knopf, zwei, dann steckte er die Hände in die Gesäßtaschen. 'So ungefähr', sagte er zu seinem Spiegelbild. Er verzichtete auf die Bundfaltenhose und wählte aus seinen eigenen Klamotten eine gut gebügelte Jeans. Er sah sich ein zweites Mal prüfend im Spiegel an. 'Passt schon.'“(S. 22/23)
Im Friseursalon wird Louis bewusst, dass er in der „Arbeitswelt“ für sein Handeln selbst verantwortlich ist, und nimmt dies als ernsthafte Herausforderung an. Er wird schnell vertraut mit den beiden Stylisten Fifi und Clara, dem Lehrmädchen Garance und mit Madame Marielou, der Besitzerin des Salons. Und er entdeckt sein Interesse für das „Frisieren“. Zuhause beschäftigt er sich mit Friseurfachzeitschriften und bearbeitet die Haare der Barbiepuppen seiner jüngeren Schwester. Seine Begeisterung geht so weit, dass er auch nach dem Ende des Praktikums weiterhin im Salon arbeitet, statt zur Schule zu gehen. Louis erlebt mit Fifi, welche Passion das „Frisieren“ bedeuten, an Clara aber auch, wie gewaltvoll das Leben sein kann. Letztlich muss sein „Friseurleben“ zwangsläufig zur Auseinandersetzung mit seinem Vater, der eine andere Karriere für seinen Sohn vorgesehen hat, führen (S.178f).
Sehr schnell, fast zu schnell, werden in den letzten beiden Kapiteln die Erzählfäden zusammengeführt und ein Ausblick auf Beruf und Leben von Louis und allen anderen aus dem „Salon Marielou“ gegeben.Tobias Scheffel übersetzte den Jugendroman aus dem Französischen. Die Autorin veröffentlichte „Über kurz oder lang“ 2004 in Paris im selben Jahr wie ihr preisgekröntes Werk „Simpel“. Marie-Aude Murail zählt zu den beliebtesten Jugendbuchautorinnen Frankreichs.
Der Roman folgt im Aufbau zunächst dem Praktikumsverlauf. Einfach und mit Charme werden die Vorbereitungen für den ersten Arbeitstag erzählt: das neugierige Betrachten des Friseursalons "Marielou" durch das Schaufenster und die Auswahl der Kleidung für den Praktikumsstart: „Er nutzte die Gelegenheit, um im Kleiderschrank seines Vaters zu suchen. (...) Louis probierte ein weißes Hemd an (...) Er öffnete einen Knopf, zwei, dann steckte er die Hände in die Gesäßtaschen. 'So ungefähr', sagte er zu seinem Spiegelbild. Er verzichtete auf die Bundfaltenhose und wählte aus seinen eigenen Klamotten eine gut gebügelte Jeans. Er sah sich ein zweites Mal prüfend im Spiegel an. 'Passt schon.'“(S. 22/23)
Im Friseursalon wird Louis bewusst, dass er in der „Arbeitswelt“ für sein Handeln selbst verantwortlich ist, und nimmt dies als ernsthafte Herausforderung an. Er wird schnell vertraut mit den beiden Stylisten Fifi und Clara, dem Lehrmädchen Garance und mit Madame Marielou, der Besitzerin des Salons. Und er entdeckt sein Interesse für das „Frisieren“. Zuhause beschäftigt er sich mit Friseurfachzeitschriften und bearbeitet die Haare der Barbiepuppen seiner jüngeren Schwester. Seine Begeisterung geht so weit, dass er auch nach dem Ende des Praktikums weiterhin im Salon arbeitet, statt zur Schule zu gehen. Louis erlebt mit Fifi, welche Passion das „Frisieren“ bedeuten, an Clara aber auch, wie gewaltvoll das Leben sein kann. Letztlich muss sein „Friseurleben“ zwangsläufig zur Auseinandersetzung mit seinem Vater, der eine andere Karriere für seinen Sohn vorgesehen hat, führen (S.178f).
Sehr schnell, fast zu schnell, werden in den letzten beiden Kapiteln die Erzählfäden zusammengeführt und ein Ausblick auf Beruf und Leben von Louis und allen anderen aus dem „Salon Marielou“ gegeben.Tobias Scheffel übersetzte den Jugendroman aus dem Französischen. Die Autorin veröffentlichte „Über kurz oder lang“ 2004 in Paris im selben Jahr wie ihr preisgekröntes Werk „Simpel“. Marie-Aude Murail zählt zu den beliebtesten Jugendbuchautorinnen Frankreichs.
Hinweise für den Unterricht
In erster Linie machen der charmante Erzählstil und die Thematik "Praktikum" und "Beruf" den Roman zu einer geeigneten Lektüre (in Praktikumsklassen) im Deutschunterricht und zum Ferienlesestoff.Im Unterricht ließe sich ein Praktikumsbericht erstellen. Die Mitarbeiter im Salon mit ihren Lebensgeschichten lassen sich von Schülern ebenso beschreiben wie das Verhältnis zwischen Vater und Sohn. Reflektierend ergeben sich Fragen zu den eigenen Vorstellungen zur Berufswahl und die Bedeutung für die Begeisterung für den eigenen Beruf, wie der Frage nach eigenen Lebenszielen. Als Ganzschrift oder in Auszügen auch für einschlägige Berufsschulen geeignet.
