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Ein Buch für Yunus
von Tuckermann, Anja
| erschienen | München, 2008 Deutscher Taschenbuch Verlag |
|---|---|
| ISBN-13 | 978-3-423-62375-9 |
| Einband / Umfang | 191 S. |
| Preis | bis 10 € |
| Gattung | Kinderbuch |
Untertitel
Geschichte über die Familie eines deutsch-türkischen Jungen
Bewertung
| Eignung als Klassenlektüre | sehr gut geeignet |
|---|---|
| Eignung für Jahrgangsstufen | 2 - 3 |
| Eignung für Schularten | Volksschulen |
| Eignung für Fächer | Deutsch, Ethik, Evang. Religionslehre, Interkulturelle Erziehung, Kath. Religionslehre |
Besprechung
Der Untertitel des Verlags ("Eine deutsch-türkische Geschichte") greift zu kurz, denn der siebenjährige Yunus hat zwar eine deutsche Mutter und einen türkischen Vater, aber auch einen italienischen „Stiefopa“ und beinahe einen amerikanischen Stiefvater. Dieser Freund der Mutter, ein Musiker, kommt aus einer jüdischen Familie. Somit sind in Yunus’ Familie nicht nur verschiedene Nationalitäten, sondern auch drei verschiedene Religionen vertreten: Christentum, Islam und Judentum. Yunus lebt zusammen mit seiner Mutter Maike, einer Malerin, in Berlin. Seine Eltern sind getrennt. Auch die türkische Großmutter ist von ihrem Mann geschieden und lebt alleine in Deutschland. Seit die deutsche Oma in Rente ist, lebt sie zusammen mit dem „Nonno“ in Italien. Auch Maikes Eltern hatten sich scheiden lassen. Um den Überblick in dieser Vielfalt zu behalten, beschließt der Junge mit der Hilfe seiner Eltern ein Buch zu gestalten, in das Geschichten über die einzelnen Familienmitglieder geschrieben und gemalte Bilder und andere Texte geklebt werden. Durch die verschiedenen Generationen, Herkunftsländer, Sprachen und Religionen ergibt sich ein inhaltlich sehr reichhaltiges Buch, in dem auf ganz selbstverständliche Art viele Informationen über Geschichte, Brauchtum und Familie vermittelt werden, immer geknüpft an individuelle Erlebnisse oder Erfahrungen. Problematische Situationen wie Trennung der Eltern, Krieg oder Fremdenfeindlichkeit werden kindgemäß angesprochen, dabei aber nicht bagatellisiert.
Sie werden als Ereignisse dargestellt, die man nicht nur als Kind oft nicht verstehen, aber eben auch nicht verhindern kann. Die Sprache bleibt stets leicht und zuversichtlich, so wie die Grundstimmung zwischen Yunus und seiner Mutter. Diesen Eindruck vermitteln auch die Figuren auf den ganzseitigen Bildern, die in den Text eingefügt sind, obwohl die Illustrationen auf den ersten Blick durch ihren festen Strich und die grau-schwarze Farbgebung recht massiv wirken. Die Verwendung zweier verschiedener Drucktypen erleichtert dem Leser die Unterscheidung zwischen Rahmenerzählung und Yunus’ Buch. Jedes Kapitel wird mit einem Abzählreim eingeleitet; diese sind mehr oder weniger originell und einige davon gehören nicht gerade zur allerfeinsten Sorte.
Sie werden als Ereignisse dargestellt, die man nicht nur als Kind oft nicht verstehen, aber eben auch nicht verhindern kann. Die Sprache bleibt stets leicht und zuversichtlich, so wie die Grundstimmung zwischen Yunus und seiner Mutter. Diesen Eindruck vermitteln auch die Figuren auf den ganzseitigen Bildern, die in den Text eingefügt sind, obwohl die Illustrationen auf den ersten Blick durch ihren festen Strich und die grau-schwarze Farbgebung recht massiv wirken. Die Verwendung zweier verschiedener Drucktypen erleichtert dem Leser die Unterscheidung zwischen Rahmenerzählung und Yunus’ Buch. Jedes Kapitel wird mit einem Abzählreim eingeleitet; diese sind mehr oder weniger originell und einige davon gehören nicht gerade zur allerfeinsten Sorte.
Hinweise für den Unterricht
Zum Einstellen in die Klassenbibliothek und als Klassenlektüre ist das Buch sehr zu empfehlen ab Ende der 2. Klasse. Es bietet sich an, die Schüler einen Stammbaum von Yunus’ Familie zeichnen zu lassen. Je nach Klassensituation können Bezüge zu Familiensituationen der Schüler oder zu ihrem Kulturkreis aufgegriffen werden. Dabei muss unbedingt ausreichend Zeit für Gespräche eingeplant werden! Man kann die Kinder anregen, auf freiwilliger Basis ein ähnliches Buch über ihre eigene Familie anzufertigen.
