Gesamtkatalog - alle Rezensionen des Leseforums
Maia oder Als Miss Minton ihr Korsett in den Amazonas warf
von Ibbotson, Eva
| erschienen | München, 2006 Deutscher Taschenbuch Verlag |
|---|---|
| ISBN-10 | 3-423-70997-9 |
| Einband / Umfang | kartoniert , 383 Seiten |
| Preis | bis 10 € |
| Gattung | Roman |
Untertitel
Ganz unzeitgemäß führt uns die Geschichte Maias in das Edwardianische London des Jahres 1910, von dort begleiten wir die Heldin und ihre Gouvernante an den Amazonas, wo wir mit den beiden eine ursprüngliche Landschaft und die Verwirklichung des Traumes einer freien Erziehung erleben dürfen.
Bewertung
| Eignung als Klassenlektüre | gut geeignet |
|---|---|
| Eignung für Jahrgangsstufen | 6 - 7 |
| Eignung für Schularten | Gymnasien, Realschulen |
| Eignung für Fächer | Deutsch |
Besprechung
Die schätzungsweise 14-jährige Maia ist Vollwaise, nachdem ihr Vater, ein Archäologe, und ihre Mutter, eine Sängerin, zwei Jahre zuvor in Ägypten bei einem Zugunglück ums Leben gekommen sind. Für die Tochter wohlhabender Eltern ist finanziell bestens vorgesorgt, weswegen sie auch standesgemäß in der Mayfair-Akademie für junge Damen untergebracht ist. Endlich entdeckt ihr Anwalt Mr Murray einen entfernten Verwandten, Clifford Carter, der mit seiner Familie als Kautschukpflanzer am Amazonas lebt und Maia gerne aufnehmen will. Da die Carters eine englische Gouvernante, Miss Minton, für ihre beiden Töchter engagiert haben, begleitet diese Maia nach Brasilien. Das Mädchen freut sich nach anfänglichen Bedenken auf dieses Abenteuer. Aber nach der Ankunft in Manau stellt sich schnell heraus, dass die Carters unsympathisch sind und Maia nur in der Hoffnung, mit ihrem Geld den Bankrott zu vermeiden, zu sich geholt haben. Die Zwillinge erweisen sich als verwöhnte Nervensägen. Die Carters lieben weder Land noch Leute und Clifford Carter ist nur nach Brasilien ausgewandert, um einer Verhaftung wegen Unterschlagung zu entgehen. Aber am Ende ereilt sie das verdiente Schicksal: Mr Carter entgeht der Strafverfolgung wegen betrügerischen Bankrotts nicht und Mrs Carter und ihre Zwillinge kommen zwar bei einer reichen englischen Verwandten unter, die sie aber genau so schikaniert, wie sie selbst früher ihre Dienstboten. Miss Minton und Maia lernen währenddessen auf verschlungenen Pfaden den Halbindianer Finn Taverner kennen, der es, wie zuvor sein Vater, vorzieht, in Brasilien zu bleiben, statt das Erbe seines reichen adligen Großvaters anzutreten.
Während einer Schiffsreise lernen Maia und Miss Minton einen Jungen aus einer Schauspieltruppe kennen, der jetzt mittellos ist und Heimweh nach England hat, aber noch nicht einmal die Überfahrt bezahlen kann. So tauschen Finn und er die Rollen und der falsche Erbe tritt zur Freude des Großvaters dessen Nachfolge an. Aber auch Maia und Miss Minton zieht es trotz des anfänglichen Widerstandes von Mr Murray zurück nach Brasilien, wo sie in Manau zusammen mit Finn leben und so fleißig lernen wollen, dass Maia später das Konservatorium besuchen und Finn Medizin studieren kann. In der Trockenzeit aber wollen sie, wie schon zuvor Finns Vater, im Dschungel auf Forschungsreisen gehen. Obgleich sich die Autorin nicht vor mancher Rührseligkeit scheut und die Guten und Bösen nicht zu verwechseln sind, ist dieser sowohl von der ZEIT als auch in der SZ gelobte Roman kein Abklatsch der hier sogar thematisierten Geschichte des Little Lord Fauntleroy, sondern ein Entwicklungs- und Erziehungsroman sowie eine Art Reisebericht, in dem diese Gattungen alle auf wundersame und doch nachvollziehbare Weise miteinander verknüpft sind.
Während einer Schiffsreise lernen Maia und Miss Minton einen Jungen aus einer Schauspieltruppe kennen, der jetzt mittellos ist und Heimweh nach England hat, aber noch nicht einmal die Überfahrt bezahlen kann. So tauschen Finn und er die Rollen und der falsche Erbe tritt zur Freude des Großvaters dessen Nachfolge an. Aber auch Maia und Miss Minton zieht es trotz des anfänglichen Widerstandes von Mr Murray zurück nach Brasilien, wo sie in Manau zusammen mit Finn leben und so fleißig lernen wollen, dass Maia später das Konservatorium besuchen und Finn Medizin studieren kann. In der Trockenzeit aber wollen sie, wie schon zuvor Finns Vater, im Dschungel auf Forschungsreisen gehen. Obgleich sich die Autorin nicht vor mancher Rührseligkeit scheut und die Guten und Bösen nicht zu verwechseln sind, ist dieser sowohl von der ZEIT als auch in der SZ gelobte Roman kein Abklatsch der hier sogar thematisierten Geschichte des Little Lord Fauntleroy, sondern ein Entwicklungs- und Erziehungsroman sowie eine Art Reisebericht, in dem diese Gattungen alle auf wundersame und doch nachvollziehbare Weise miteinander verknüpft sind.
Hinweise für den Unterricht
Aufgrund der Länge als Lektüre wohl nur in einer sehr lesebegeisterten und engagierten Klasse, dort dann aber sehr effektiv einsetzbar, sicher aber immer als Grundlage für ein interessantes Referat. Sollte auf jeden Fall für die Bibliothek angeschafft werden.
Lehrplanbezug Realschule/Gymnasium:
D 6.4, 7.4
Lehrplanbezug Realschule/Gymnasium:
D 6.4, 7.4
