Gesamtkatalog - alle Rezensionen des Leseforums
Simpel
von Murail, Marie-Aude
| erschienen | Frankfurt am Main, 2007 Fischer Taschenbuch Verlag |
|---|---|
| ISBN-13 | 978-3-596-85207-9 |
| Einband / Umfang | gebunden , 320 Seiten |
| Preis | bis 20 € |
| Gattung | Jugendbuch |
Untertitel
Integration eines geistig Behinderten durch Freundschaft und Zuneigung
Bewertung
| Eignung als Klassenlektüre | sehr gut geeignet |
|---|---|
| Eignung für Jahrgangsstufen | 7 - 11 |
| Eignung für Schularten | Berufliche Schulen, Gymnasien, Realschulen |
| Eignung für Fächer | Deutsch, Ethik, Französisch, Zusätzliche Fächer |
Besprechung
Die Originalfassung des Jugendromans hat den Prix des lycéens allemands 2006 gewonnen, so dass man davon ausgehen kann, dass er Jugendlichen gefällt. Die Übersetzung, schwierig wegen der vielen kunstsprachlichen und gleichzeitig hintergründigen Ausdrücke der geistig behinderten Hauptfigur, ist gut gelungen. Der 17-jährige Colbert, Abiturient eines Pariser Elite-Gymnasiums, ist mit seinem 22 Jahre alten, geistig auf dem Stand eines Dreijährigen zurückgebliebenen Bruder Barnabé, genannt Simpel, in den Ferien zu einer Großtante nach Paris gekommen. Er will seinen Bruder auf gar keinen Fall zurück in die Anstalt bringen, weil der diese hasst und dort nichts für ihn getan wird, und überredet ihren Vater, eine Wohnung mieten zu dürfen. Der Vater ist dagegen und selbst mit einer neuen Beziehung beschäftigt, gibt aber seine Einwilligung, da Colbert die Miete mit dem von der verstorbenen Mutter geerbten Geld bezahlen will.
Sie finden schnell eine Wohngemeinschaft, die sie nach unterschiedlich großem Zögern der vier Mitbewohner aufnimmt. Hindernis ist natürlich Simpel, der oft laut und unbeherrscht ist und merkwürdige Dinge anstellt, die er seinem Hasen zuschreibt. Dass der nur ein Stofftier ist, sagt er selbst, aber er braucht ihn trotzdem als Gesprächspartner und eine Art Alter Ego. Bald entstehen durch Simpels spontane und ungefilterte Äußerungen Missverständnisse und komische Situationen. Die jungen Leute, zuvor nur mit sich selbst beschäftigt, gewinnen eine neue Dimension der Wahrnehmung. Gute und schlechte Eigenschaften kommen an die Oberfläche. Schließlich werden sogar ihre Beziehungen untereinander neu gemischt und es gibt einige Liebeswirren. Als der Vater der Brüder Simpel wieder in die Anstalt bringt und dieser daraus entkommt, helfen alle zusammen, damit er wieder in der WG wohnen und durch die Integration in einem normalen Leben kleine Fortschritte machen kann.
Sie finden schnell eine Wohngemeinschaft, die sie nach unterschiedlich großem Zögern der vier Mitbewohner aufnimmt. Hindernis ist natürlich Simpel, der oft laut und unbeherrscht ist und merkwürdige Dinge anstellt, die er seinem Hasen zuschreibt. Dass der nur ein Stofftier ist, sagt er selbst, aber er braucht ihn trotzdem als Gesprächspartner und eine Art Alter Ego. Bald entstehen durch Simpels spontane und ungefilterte Äußerungen Missverständnisse und komische Situationen. Die jungen Leute, zuvor nur mit sich selbst beschäftigt, gewinnen eine neue Dimension der Wahrnehmung. Gute und schlechte Eigenschaften kommen an die Oberfläche. Schließlich werden sogar ihre Beziehungen untereinander neu gemischt und es gibt einige Liebeswirren. Als der Vater der Brüder Simpel wieder in die Anstalt bringt und dieser daraus entkommt, helfen alle zusammen, damit er wieder in der WG wohnen und durch die Integration in einem normalen Leben kleine Fortschritte machen kann.
Hinweise für den Unterricht
Der Umgang mit dem heiklen Thema ist in dem Buch so gut gelungen, dass es als Lektüre für den Deutsch- oder Ethik-, im Original für den Französischunterricht, sehr gut geeignet erscheint. Verschiedenste Reaktionen und Verhaltensweisen der „normalen“ Menschen sind realistisch und ohne Übertreibung dargestellt. Es ist eine typisch französische, ja eher großbürgerlichen Pariser Gesellschaft, in der sich die Handlung bewegt. Dadurch können bestimmte Äußerungen und Vorurteile sogar noch unverblümter wiedergegeben werden, als es bei uns political correct wäre. Die Zustände in der Anstalt sind ungeschönt geschildert. So entstehen eine Menge Diskussionsanlässe, aber auch einfach lustige Situationen.
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