Gesamtkatalog - alle Rezensionen des Leseforums
Chez Max
von Arjouni, Jakob
| erschienen | Zürich, 2006 Diogenes |
|---|---|
| ISBN-10 | 3-257-06536-1 |
| ISBN-13 | 978-3-257-06536-7 |
| Einband / Umfang | gebunden , 223 Seiten |
| Preis | bis 20 € |
| Gattung | Roman |
Untertitel
Dystopie des absoluten Überwachungsstaates
Bewertung
| Eignung als Klassenlektüre | geeignet |
|---|---|
| Eignung für Jahrgangsstufen | 10 - 13 |
| Eignung für Schularten | Berufliche Schulen, Gymnasien |
| Eignung für Fächer | Deutsch |
Besprechung
Paris im Jahr 2064. Max Schwarzwald ist Mitarbeiter der Ashcroft-Zentrale, die mit Hightech und absoluter Überwachung Verbrecher schon vor der Tat auszuschalten versucht. Kriminell sind dabei aber nicht nur Terroristen und Illegale, sondern auch potentielle Raucher. Die Aufgabe der Ashcroft-Männer ist die Sicherung der durch einen Zaun zweigeteilten Welt – in Eurasien/ Nordamerika Fortschritt und Demokratie, im Rest der Welt Rückschritt, Elend, religiöser Fanatismus und Kriminalität. Max’ Ashcroft-Partner Chen Wu, ein menschliches Ekel, aber in allen Lebensbereichen äußerst erfolgreich, wird zum Problem für den Ich-Erzähler und so entwirft er in seiner Vorstellung das Bild eines gefährlichen Spions, welches für ihn derart realistisch wird, dass es ihm gestattet ist, sich seines Kollegen zu entledigen; er tötet Chen.
Die Zukunftsvision eines absoluten Überwachungsstaates durch präventive Verbrechensbekämpfung bezieht sich explizit auf den 11. September 2001 (S. 36f.), erinnert gleichzeitig aber an den Stasi-Apparat vergangener DDR-Zeiten. Die Personenkonstellation um Max als dem ewigen Zweiten, schwach, neidisch, aber durchaus menschlich, führt zu einem weitgehend einseitigen personellen Schlagabtausch. Keinesfalls mangelt es der gesellschaftspolitischen Satire Arjounis an Pointiertheit und so bietet der sprachlich leicht lesbare Roman insgesamt auch eine kurzweilige Lektüre. Der Zynismus des Schlusses lädt zur kritischen Diskussion ein. Wirkliche Handlungsspannung bzw. tiefgründiger ausgelotete Charaktere fehlen jedoch.
Die Zukunftsvision eines absoluten Überwachungsstaates durch präventive Verbrechensbekämpfung bezieht sich explizit auf den 11. September 2001 (S. 36f.), erinnert gleichzeitig aber an den Stasi-Apparat vergangener DDR-Zeiten. Die Personenkonstellation um Max als dem ewigen Zweiten, schwach, neidisch, aber durchaus menschlich, führt zu einem weitgehend einseitigen personellen Schlagabtausch. Keinesfalls mangelt es der gesellschaftspolitischen Satire Arjounis an Pointiertheit und so bietet der sprachlich leicht lesbare Roman insgesamt auch eine kurzweilige Lektüre. Der Zynismus des Schlusses lädt zur kritischen Diskussion ein. Wirkliche Handlungsspannung bzw. tiefgründiger ausgelotete Charaktere fehlen jedoch.
Hinweise für den Unterricht
Lesenswert insgesamt aufgrund der satirischen Gesellschaftskritik in Form der Utopie. Thematischer Vergleich der anti-utopischen Konzeptionen (z. B. Facharbeit): Aldous Huxley: Schöne neue Welt (1932); George Orwell: 1984 (1949); Ray Bradbury: Fahrenheit 451 (1953); Margaret Atwood: Der Report der Magd (1985). Das Hörbuch als Lesung des Autors: Jakob Arjouni: Chez Max. Gelesen von Jakob Arjouni. Diogenes Hörbuch, Zürich 2006. 4 CDs, 272 Minuten, ungekürzte Lesung, 24,90 €. ISBN 10: 3257800606, ISBN 13: 978-3257800609
