Gesamtkatalog - alle Rezensionen des Leseforums
Die Räuber
von Schiller, Friedrich von
| erschienen | Leipzig, 1986 (1781) Reclam Verlag |
|---|---|
| ISBN-10 | 3-15-000015-7 |
| Einband / Umfang | kartoniert , 176 Seiten |
| Preis | bis 10 € |
| Gattung | Drama |
Untertitel
Im Konflikt führt Schiller zwei ungleiche Brüder modellhaft als Ideenträger gegeneinander: Der intrigante, von der Natur aus benachteiligte, verstandesmäßig an der Weltordnung zweifelnde Franz Moor und sein edler, aber aus persönlicher Enttäuschung zum Räuber gewordener Bruder Karl gehen am Ende beide unter.
Bewertung
| Eignung als Klassenlektüre | gut geeignet |
|---|---|
| Eignung für Jahrgangsstufen | 11 |
| Eignung für Schularten | Gymnasien |
| Eignung für Fächer | Deutsch, Ethik, Geschichte |
Besprechung
Um sich selbst an die Stelle des vom alten Moor bevorzugten Karl zu setzen, der nach liederlichen Studentenjahren einen Reuebrief an den Vater geschrieben hat, ersetzt Franz Moor diesen Brief durch den fingierten Bericht eines angeblichen Vertrauensmannes, der behauptet, Karl sei zu einer Ausgeburt der Hölle verkommen. Der Vater glaubt dieser Fälschung blind und überlässt Franz eine Antwort. Diese fällt entsprechend mitleidslos aus und verstößt Karl – angeblich im Namen des Vaters. Enttäuscht gibt Karl sich als „Räuber“ einem Vergeltungsrausch hin und versteht sich zwar als Rächer der im Absolutismus Unterdrückten und Ausgebeuteten, ist aber teilweise von mörderischen und korrupten Kumpanen (Spiegelberg) umgeben. Er wird in Verbrechen verwickelt, bei denen auch unschuldige Frauen und Kinder umkommen. In Schuld verstrickt, beschließt Karl noch einmal – verkleidet – das väterliche Schloss und die Geliebte Amalia aufzusuchen, wo Franz inzwischen den Vater in Verzweiflung und beinahe in den Tod getrieben hat, nicht aber die standhafte Amalia gewinnen konnte. Franz, nachdem er den verkleideten Bruder erkannt hat, scheitert mit einer letzten Mordintrige, bricht nach einem Streitdialog mit dem Pfarrer zusammen und begeht Selbstmord. Karl befreit den im Hungerturm gefangenen Vater, der aber stirbt, als er von Karls Räuberdasein erfährt. Amalie möchte mit Karl ein neues Leben beginnen; die Räuber jedoch erinnern ihn an seinen Treueschwur ihnen gegenüber, daher tötet er Amalia, die unter diesen Umständen lieber sterben möchte. Das Drama endet mit Karls Entschluss, sich selbst der Obrigkeit zu stellen und dabei noch die Belohnung, die auf seinen Kopf ausgesetzt ist, einem armen Tagelöhner zu verschaffen.
Das von pathetischer, affektgeladener Sprache getragene Stück ist ganz aus der damaligen Zeit heraus zu verstehen. Die vordergründig oft unwahrscheinlich anmutenden Details (wie z. B. die Leichtgläubigkeit des alten Moor) der intrigenreichen Handlung ordnen sich einem ideellen Konzept Schillers unter: Die Figuren sind nicht nach dem modernen Maß des Realismus zu sehen, sondern Träger von Ideen. Schiller gestaltet dabei Zweifel an der damaligen absolutistischen Weltordnung.
Das von pathetischer, affektgeladener Sprache getragene Stück ist ganz aus der damaligen Zeit heraus zu verstehen. Die vordergründig oft unwahrscheinlich anmutenden Details (wie z. B. die Leichtgläubigkeit des alten Moor) der intrigenreichen Handlung ordnen sich einem ideellen Konzept Schillers unter: Die Figuren sind nicht nach dem modernen Maß des Realismus zu sehen, sondern Träger von Ideen. Schiller gestaltet dabei Zweifel an der damaligen absolutistischen Weltordnung.
Hinweise für den Unterricht
Auch Ethik und Geschichte.
Behandlung im Unterricht:
-Sprache des Sturm und Drang, (Pathos etc.), „Ideendrama“
-Handlungsmodelle, sog. „gemischte“ Charaktere
-Aufsatzunterricht: literarische Charakteristik, Problemerörterung im Anschluss an einen Text, Textanalyse
-Projekt: kreatives Schreiben (z. B. Umschreiben einer Rede des Franz, Umschreiben einer Figur bzw. Einfügen einer neuen Figur)
-Vergleich mit anderen „Räubern“/Verbrecherfiguren aus „verlorener Ehre“: Michael Kohlhaas, Grete Minde
Behandlung im Unterricht:
-Sprache des Sturm und Drang, (Pathos etc.), „Ideendrama“
-Handlungsmodelle, sog. „gemischte“ Charaktere
-Aufsatzunterricht: literarische Charakteristik, Problemerörterung im Anschluss an einen Text, Textanalyse
-Projekt: kreatives Schreiben (z. B. Umschreiben einer Rede des Franz, Umschreiben einer Figur bzw. Einfügen einer neuen Figur)
-Vergleich mit anderen „Räubern“/Verbrecherfiguren aus „verlorener Ehre“: Michael Kohlhaas, Grete Minde
